Halb voll oder halb leer

Für Optimisten ist das keine Frage:
natürlich ist das Glas halb voll.
Glas ohne Inhalt wär ‘ne Plage
bei Durst, und überhaupt nicht toll.

Leere Gläser stehn in Schränken,
warten dort bis man sie holt.
Halbleere dort hineinzudenken,
wär blöd. Man fühlte sich verkohlt.

Die Pessimisten haben’s schwer:
wie man die Sache dreht und wendet,
ein Glas ist doch erst dann halbleer,
wenn einem schon ein Trunk gespendet.

Ärgert sich da ein Pessimist,
weil doch noch was im Glase ist?

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Aus meinem Buch:

Alltäglich brauchbare Gedichte zu allem Möglichen, was das Leben so bietet. Ernst und heiter. Einzeln zu lesen, und dann auch mehrfach.

Autorin: Anne Reimerdes
Taschenbuch: 68 Seiten
ISBN-13: 978-1542781732
Erschienen: 27. Januar 2017

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