Fähnchen im Wind

Siehst du ein rotes Fähnchen im Wind
kurz über dem Wasser flattern,
weißt du, dass da Netze sind,
um am Grund einen Fisch zu ergattern.

Du möchtest natürlich nicht selbst in den Netzen
verstrickt und gefangen sein,
darum solltest du Kurs mit Abstand einsetzen.
Propeller mit Netzen ist gemein.

Und wer selbst sein Fähnchen gern dreht in den Wind,
müsste wissen, woher der Wind weht,
weil er sonst möglicherweise blind
in die ganz falsche Richtung geht.

Im Nebel auf See kann es dich auch erwischen,
dass du gar nicht mehr siehst, wer da war.
Darum haben die Fähnchen der Fischer zum Fischen
auch oben drauf noch den Radar.

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Aus meinem Buch:

Gedichte vom Segeln geprägt, aber auch für Landratten von Wert. Und wieder einmal wird eine große Spanne menschlicher Tätigkeit erfasst und in knappe, prägnante Form gebracht. Die Besonderheit besteht im impulsgebenden Bild, das zu einer Aussage beflügelt. Die Gedichte nutzen verschiedene Reimformen, und das Versmaß ist so unterschiedlich wie wir Menschen.

Autorin: Anne Reimerdes
Taschenbuch: 68 Seiten
ISBN-13: 978-1543167276
Erschienen: 24. Februar 2017

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