Morgennebel

Willst du als Segler doch dein Etmal schaffen,
musst du früh aufstehn, denn sonst klappt es nicht.
Lass andre Skipper doch erstaunt dann gaffen:
wo du gelegen, ist nichts außer Licht.

Eiserner Wille, Disziplin und Können
gehören schon dazu, wenn man bei Nebel startet.
Man liefert sich beileibe auch kein Rennen,
weil man geduldig auf den Wind dann wartet.

Doch ist die Stille ohne Wind behaglich,
das Schaukeln eher sanft von alten Wogen.
Auch wenn das Vorwärtskommen eher fraglich,
hat man Entschleunigung halt lieber vorgezogen.

Um sich herum kann man schier gar nichts sehen.
Nicht einmal frühe Möwen sind zu hören.
Viel später sieht man Nebelschwaden wehen,
wenn Kräuselwellen glattes Wasser stören.

Werbung

Aus meinem Buch:

Alltäglich brauchbare Gedichte zu allem Möglichen, was das Leben so bietet. Ernst und heiter. Einzeln zu lesen, und dann auch mehrfach.

Autorin: Anne Reimerdes
Taschenbuch: 68 Seiten
ISBN-13: 978-1542781732
Erschienen: 27. Januar 2017

Gedicht teilen: